Haken dran Deubner

 

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Historie: Die Familie Deubner als Buchhändler und Verleger. Zwei Jahrhunderte im lettischen und deutschen Buchwesen.

1806

„Riga, den 1. Februar 1806. Hiedurch geben wir uns die Ehre, Ihnen anzuzeigen, daß wir uns hiesigen Orts eine Buchhandlung zu etablieren, entschlossen haben...“ Johann Jacob Deubner (1781 – 1838) und sein Partner Burchard Treuy (1784 – 1824) versenden stolz diese Gründungsanzeige. Die neue Buchhandlung J. Deubner und Treuy entwickelt sich rasch. Auf das Jahr 1810 ist das erste eigene Verlagswerk nachweisbar. Zahlreiche Publikationen folgen zügig nach. Es sind überwiegend Werke der damaligen Intellektuellen Rigas (G. Collins, G. Merkel, H. Helbig u.a.) aus den Bereichen der Belletristik und Wissenschaft. Am 1. März 1824 verstirbt Burchard Treuy. Johann Jacob Deubner führt die Buchhandlung unter der Firma J. Deubner fort.


1837

Nach dem Ableben Johann Jacob Deubners am 15. Februar 1837 übernehmen seine Witwe Carolina Deubner (1785 – 1874) sowie seine Söhne Carl August (1813 – 1868) und Wilhelm (1817 – 1872) die Leitung der Geschäfte. Damit bricht die Blütezeit der Buchhandlung an. Es werden Filialen in Moskau und Odessa gegründet. Die verlegerische Tätigkeit sowohl in lettischer wie in deutscher Sprache erfährt eine beachtliche Expansion. Zahlreiche Werke wie Gebet- und Gesangbücher, Lehr- und Sachbücher finden ständigen Absatz. Auch Periodika werden in das Verlagsprogramm aufgenommen. Am 13. August 1868 verstirbt Carl August Deubner als hochgeachteter und in zahlreichen Ehrenämtern verdienter Bürger Rigas.


1868

In die Geschäftsleitung treten Carl August Deubners Söhne August (1844 – 1900) und Otto (1848 – 1880) ein. August Deubner gründet eine weitere Filiale in St. Petersburg. An sämtlichen Standorten der Firma J. Deubner erscheinen zahlreiche Verlagswerke vorwiegend wissenschaftlichen und populären Inhalts, darunter ein beliebtes, mehrfach aufgelegtes Kochbuch. Auch Musikalien werden in das Vertriebs- und Verlagsprogramm aufgenommen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zeichnen sich im gesamten Russischen Reich politische Wirren ab, in deren Strudel auch die Buchhandlung J. Deubner gezogen wird. Im Laufe der Zeit müssen die russischen Filialen aufgegeben werden. Das Stammgeschäft in Riga besteht noch bis 1936 fort.


1882

August Deubner entschließt sich, im Jahre 1882 mit seiner Familie nach Berlin zu ziehen und dort einen literarischen Verlag zu gründen. Das Programm ist der damaligen russischen Weltliteratur gewidmet. In kurzer Zeit erscheinen Übersetzungen bedeutender Werke bekannter russischer Autoren wie L. Tolstoi, I. Turgenjew, A. Puschkin,
I. Gontscharow. Tatkräftige Unterstützung erfährt August Deubner durch seine Ehefrau Helene (1850 – 1931), die für den Verlag die Übersetzung des Romans „Anna Karenina“ von L. Tolstoi übernimmt. Mit dem Tod August Deubners am 1. Juni 1900 endet auch das auf seine Lebenszeit angelegte Verlagsunternehmen.


1958

Die verlegerische Familientradition findet erst nach dem zweiten Weltkrieg ihre Fortsetzung, indem Karl-August Deubner (1912-1992) in Köln den Aulis Verlag Deubner & Co. KG gründet. Sein Verlagsprogramm ist den Naturwissenschaften und der Mathematik verpflichtet. Es entsteht eine umfangreiche Produktion bekannter Fachzeitschriften, Hand- und Fachbücher bis hinein zu elektronischen Publikationen in neuerer Zeit. Nach dem Tod Karl–August Deubners am 26. April 1992 geht die Geschäftsleitung auf seinen Sohn Wolfgang (* 1943) über. Sein älterer Sohn Peter (* 1939) gründet 1974 ebenfalls in Köln seinen eigenen steuerrechtlichen Fachverlag. Als bisher letzte Deubner-Gründung entsteht 1999 wiederum in Köln, initiiert durch Peter Deubners Ehefrau Nele (* 1942), der Deubner Verlag für Kunst, Theorie & Praxis mit einem anspruchsvollen kunstwissenschaftlichen Programm.


1998

Mit der Gründung des Kay Deubner Fachbuchservices in Köln bleibt der Name Deubner dem Metier auch weiter treu. Über die Jahre hat sich das Unternehmen einen festen Platz insbesondere in den Bereichen Steuer, Recht und Wirtschaft geschaffen. Darüber hinaus steht der Name Kay Deubner heute für eine breite Palette an Leistungen und Services rund um die Informations-Beschaffung und das gesamte Medien-Management.


2006

Heute blicken wir auf 200 Jahre zurück, seit in Riga die Buchhandlung Johan Jacob Deubner gegründet wurde. Jede der sieben Generationen dieser Buchhändler- und Verlegerfamilie hat – fortgesetzt durch den vorerst jüngsten Spross Kay Deubner – ihren Teil dazu beigetragen, dass das Familienerbe, nämlich der Umgang mit dem gedruckten Wort, Tradition bleibt. Natürlich haben bei Kay Deubner längst eine moderner EDV- und Online-Unterstützung Einzug gehalten, ohne die auf dem heutigen globalen Markt kein Überleben mehr möglich wäre. In den letzten Jahren hat das Haus den Wandel zum ganzheitlich aufgestellten Informations-Broker vollzogen und verfügt mit einem gleichermaßen informations- und serviceorientierten Internetauftritt inkl. Shopanbindung über ein wichtiges Instrumentarium für die kommenden Jahre.

Gr�ndungsurkunde




Amalie Wilhelm Deubner
Amalie Wilhelm Deubner



Carl August Deubner
Carl August Deubner

Helene Deubner
Helene Deubner




Karl-August Deubner
Karl-August Deubner






Kay Deubner
Kay Deubner